Das neunte Mensagespräch mit Prof. Dr. Florian Steger am 7. Juli 2016

Wie gesund lebte man in der Antike?

Mit solchen Fragen beschäftigen sich seit September die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des W-Semiars „Antike Medizin“, das Lateinlehrer Dr. Rudolf Schicker den nächsten Abiturjahrgang angeboten hat. Zur Ergänzung und Intensivierung der Lerninhalte konnte Prof. Dr. Florian Steger gewonnen werden, der neu ernannte Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm. Im Rahmen eines „Mensagesprächs“ referierte er zum Thema „Heil und Heilung in der Antiken Medizin“. Während der „Hippokratische Eid“ heutzutage durchaus noch ein Begriff ist, ohne dass sich der moderne Patient des genauen Inhalts bewusst ist, möchte man kaum glauben, welch große Bedeutung gesunde Ernährung in der Antike bereits hatte. Prof. Steger: „Antike Diätetik ruft ein umfassendes Konzept gesunder Lebensführung auf. In diesem Rahmen wurde in der Antike Heil und Heilung verhandelt.“

Im Anschluss an eine Präsentation, wollten es die Schüler noch genauer wissen und stellten zahlreiche Fragen. So interessierten sie sich z.B. dafür, woran es liegen könnte, dass man sich in der Antike nicht mit dem Hippokratischen Eid befasst hat. Oder, warum Hippokrates Steinschnitte verboten hat.

Doch auch der Bezug zur Moderne durfte nicht fehlen, insbesondere zur Ethik der Medizin: „Inwiefern kann das Wohlbefinden eines Menschen nach der WHO-Definition Maßstab für Gesundheit sein?“ Dem Zuschauer drängte sich dabei der Verdacht auf, dass diese Fragestellung von hoher Bedeutung für den Alltag eines Schülers ist.

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