Das sechste Mensagespräch mit Frau Hadumod Bußmann am 17. Januar 2013

Therese Prinzessin von Bayern – Naturforscherin, Weltreisende, Schriftstellerin, Zeitzeugin

Sie sind überall, allgegenwärtig, tiefverwurzelt in jedem von uns. Sie umgeben uns, schleichen sich in unser Denken und beeinflussen unsere Meinung. Wovon die Rede ist? – Klischees. Besonders viele davon gibt es scheinbar, jeder kennt sie wohl, über die Geschlechter: „Frauen können nicht einparken“, „Männer können nicht zuhören“, „Frauen reden zu viel“, „Männer können nicht kochen“…

Diese Klischees bildeten den Rahmen des sechsten Mensagesprächs am LMGU. Auf buntes Papier gedruckt hingen sie überall in der Mensa von der Decke und stellten den Einstieg in den Abend dar, welcher von Nina Cheng, Jonas Müller und Marie Zöckler aus dem W-Seminar Q11 „Frauenrollen – Männerbilder“ gestaltet wurde.

Die Referentin, Frau Dr. Bußmann, war lange Jahre Dozentin für Sprachwissenschaft und außerdem Frauenbeauftragte an der Ludwig- Maximilians-Universität München. Besonders intensiv hat sich Frau Dr. Bußmann mit dem Thema „Frauen in der Wissenschaft“ befasst, so betreute sie zum Beispiel eine Ausstellung mit dem Titel „Stieftöchter der Alma Mater? 90 Jahre Frauenstudium in München“ und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu Geschlechterrollen und den Zusammenhang von Geschlecht und Sprache.

Heute ist Frau Dr. Bußmann Kuratorin der Therese-von-Bayern-Stiftung, welche sich für Frauen in der Wissenschaft einsetzt. Mit ihrem aktuellen Buch, der einzigen bisher erschienenen Biographie zu Prinzessin Therese von Bayern, ist ihr ein wissenschaftlicher Bestseller gelungen.

Aus eben jenem so erfolgreichen Buch „Ich habe mich vor nichts im Leben gefürchtet – Die ungewöhnliche Geschichte der Prinzessin Therese von Bayern“ zitierte Frau Dr. Bußmann in ihrem darauffolgenden Vortrag über Therese, die sich entgegen der Konventionen ihrer Zeit, den Sitten und Gepflogenheiten, denen sie sich als Frau des Adels hatte unterwerfen
müssen, durchgesetzt und für ihre Ziele gekämpft hatte. Einen Namen machte sich Prinzessin Therese vor allem durch ihre Reisen, auf denen sie naturwissenschaftliche Forschungen durchführte. Ihre Erkenntnisse veröffentlichte sie anschließend in Reisebüchern. Sowohl Therese und das Frauenleben im 19. Jahrhundert als auch die Geschlechterrollen der Gegenwart waren Gegenstand der abschließenden Diskussion.

Für den interessanten Vortrag und eine anregende Diskussion möchten wir uns sehr herzlich bei Frau Dr. Bußmann bedanken. Ebenfalls danken wir Frau Grams-Loibl für die Idee zu diesem Abend, Frau Trinder für die Organisation sowie Frau Andre, die die inhaltliche Verantwortung übernommen hat. Ein Mensagespräch kann natürlich nicht ohne Frau
Kleinle und ihrem Team ein Erfolg werden, weshalb auch diesen unser Dank gilt.

Marie Zöckler