Die Begabtenakademie des LMGU im Schuljahr 2015/16

Zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 wurden ca. 350 Schülerinnen und Schüler eingeladen, am Programm der Begabtenakademie teilzunehmen.

Insbesondere in der Unterstufe erfreute sich das Angebot starken Zuspruchs, so dass für die Jahrgangsstufen 6 und 7 jeweils eigene Gruppen eingerichtet werden konnten.

Im Modul „Zeitunglektüre und Politik“ beschäftigten sich die 6.-Klässler mit Texten aus der „Süddeutschen Zeitung für Kinder“ vom September 2015, die den Titel trug: „Ist das fair?“ Anhand verschiedener Texte erkannten die Buben und Mädchen schnell, dass es oft sehr schwer sein kann, zwischen „fair“ und „unfair“, „gerecht“ und „ungerecht“ zu unterscheiden, weil es auf viele Faktoren ankommen kann: Was für den einen angemessen ist, muss es für einen anderen noch lange nicht sein!  Um uns ein genaueres Bild davon zu machen, wie „Profis“ in Sachen Recht mit dieser Materie umgehen, luden wir eine Richterin ein, die als Schülermutter unserer Schule nahe steht. Es sei an dieser Stelle Frau Kuntz noch einmal herzlich gedankt, dass sie in so anschaulicher Weise unsere Schülerinnen und Schülern mit der Praxis der Rechtsprechung ein wenig bekannt gemacht hat. Bei einer kleinen „Modenschau“ am Schluss war aber allen  Teilnehmern klar: In die Richterrobe müssen sie erst noch hineinwachsen – wenn sie das einmal wollen! Zum Abschluss unserer Beschäftigung mit Justitia unternahmen wir einen Ausflug in die Innenstadt zum Justizpalast, wo wir in einer eindrucksvollen Führung vor allem über die historische Bedeutung dieses markanten Gebäudes informiert wurden. Daran nahmen auch bereits die 7.-Klässler der Begabtenakademie teil, deren anschließende Zeitungslektüre das „Fremdsein“ zum Gegenstand hatte, ebenfalls anhand einer „Zeitung für Kinder“ der SZ, die informative und anregende Texte zu diesem brisanten Thema enthält. Auch hier stellten wir einen Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis her, indem wir einen afghanischen Asylbewerber einluden, der uns in sehr gutem Deutsch  auf beeindruckende Weise viele seiner Erfahrungen schilderte.

Die „Begabtenakademiker“ der 8. und 9. Klassen beschäftigten sich in einer gemeinsamen Gruppe mit der Unterhachinger Lokalpolitik. In einer Internetrecherche bereiteten sie sich auf den Besuch der Gemeinderatssitzung im Februar vor. So wussten sie bereits davor, welche Partei im Sitzungssaal wo sitzt und was für diesen Abend auf der Tagesordnung steht. Bei einem weiteren Treffen verglichen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Pressestimmen zu der selbst erlebten Sitzung und bereiteten Fragen vor, die sie in einem weiteren Termin bei uns an der Schule Herrn Bürgermeister Panzer persönlich stellen konnten. Dieser schilderte sehr eindrucksvoll und jugendnah seine Arbeit und auch die Berührungspunkte zwischen der Gemeindeverwaltung und unserer Schule.  Auch die nächste Generation braucht wieder Lokalpolitiker!

Wieder ein wenig weiter wurde der Kreis für die 10. und 11. Jahrgangsstufe gezogen: Hier stand die Landespolitik im Vordergrund. Am 11. Juli besuchte uns die in Unterhaching wohnende Landtagsabgeordnete Frau Schreyer-Stäblein, die nach einem kurzen Vortrag rasch mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kam.

Neben der Reihe Zeitungslektüre und Politik boten wir noch die Reihe „Museum und Cafes in München“ an. Die Schülerinnen und Schüler konnten unter verschiedenen Angeboten auswählen. Sie selbst führten mit kleinen Referaten durch die Ausstellungen. Wir haben nicht so bekannte Museen wie das Marstallmuseum erkundet genauso wie beliebte wie das Verkehrsmuseum des Deutschen Museums. Dort erprobten wir eine simulierte Kutschenfahrt und alle Schülerinnen und Schüler übten die Führung eines S-Bahn-Wagens in Berlin. Ebenfalls den Rang eines Museum genießt der Botanische Garten in Nymphenburg. Wir staunten, dass dort bereits Mitte April die großen Palmen ins Freie gebracht worden waren. Noch tropischer wurde es dann bei der Führung durch einige der zahlreichen Gewächshäuser, bei der die Vegetation der Wüste im Mittelpunkt stand. Es war faszinierend zu beobachten, wie flexibel sich Pflanzen an extreme Lebensbedingungen anpassen können. Neu eröffnet hat das NS-Dokumentationszentrum in München. Dieses wurde gleich von zwei Gruppen gewählt. Auf dem Weg von der S-Bahn zum Museum haben wir gleich vor Ort Stadtgeschichte erkundet. Wir sahen das Erinnerungsdenkmal für Kurt Eisner und das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus und natürlich haben wir die sehr klug gewählte Lage des neuen modernen Museums am Königsbau auf dem Gelände des alten Führerbaus vor Ort selbst erkundet. Unter den besuchten Kaffehäusern sei das Cafe Luitpold herausgehoben, das im Münchner Stadtleben immer schon eine Rolle spielte und auch im Dokumentationszentrum wieder zu finden ist.

Besonders schön waren die Besuche von zwei Vorstellungen „Viktoria und ihr Husar“ und das Ballett „Illusionen wie Schwanensee“, die gemeinsam vorbereitet wurden.

Den Abschluss bildete ein Spaziergang durch München, der in der Stuck Villa endete.  Frau Grams-Loibl und ich hatten viel gemeinsame Freude an den Veranstaltungen mit allen Schülerinnen und Schülern.

Gabriele Guter